Wie persönliche Motivation ein Projekt trägt
Manchmal überrascht uns, wie wenig es braucht, damit aus einer vagen Idee ein verlässlicher Weg wird, und wie viel es braucht, damit wir ihn wirklich gehen. Bei Aktivismo merken wir immer wieder, dass Motivation nicht wie ein dauernd brennendes Feuer funktioniert, sondern eher wie ein Licht, das wir schützen müssen, wenn der Wind auffrischt. Wir sprechen oft darüber, was uns trägt, wenn wir müde sind, wenn Entscheidungen schwer werden oder wenn wir uns fragen, ob das, was wir bauen, gerade wirklich hilft.
Wenn aus einem Impuls eine Richtung wird
Viele von uns kennen diesen ersten Moment, in dem etwas innerlich klickt. Es ist nicht immer Wut, nicht immer Hoffnung, oft ist es einfach ein leiser Satz wie: Das geht doch auch anders. Aus so einem Satz ist bei uns vieles entstanden, nicht als Masterplan, sondern als vorsichtige Bewegung. Wir haben Aktivismo nicht begonnen, weil wir sicher waren, sondern weil wir diese Mischung aus Unruhe und Fürsorge nicht loswurden. Je länger wir daran arbeiten, desto klarer wird uns, dass persönliche Motivation nicht nur Startenergie ist, sondern auch Kompass, weil sie uns daran erinnert, wofür wir überhaupt Zeit, Aufmerksamkeit und Verantwortung aufbringen.
Die leisen Gründe, die länger halten
Es gibt Motivationen, die laut sind, und andere, die still sind. Laut ist der Wunsch, etwas zu verändern, still ist das Bedürfnis, nicht zynisch zu werden. Uns tragen oft gerade die stillen Gründe, weil sie nicht von Applaus leben. Wenn wir im Team über Wirksamkeit sprechen, geht es nicht nur um Reichweite oder Tempo, sondern um die Frage, ob wir Menschen wirklich entlasten, ohne sie zu entmündigen. Diese Haltung ist kein großer Satz an der Wand, sondern ein tägliches Abwägen, und ich merke als Johann immer wieder, wie viel Ruhe darin steckt, wenn wir uns erlauben, klein anzufangen und trotzdem ernst zu bleiben.
Wenn Motivation nicht reicht und trotzdem etwas weitergeht
An manchen Tagen ist Motivation einfach nicht da, und wir halten das inzwischen besser aus als früher. Wir haben gelernt, dass ein Projekt nicht daran scheitert, dass wir zweifeln, sondern eher daran, dass wir so tun, als würden wir nie zweifeln. Gerade bei Aktivismo, wo es um Engagement geht, begegnen wir dem Druck, ständig sinnvoll sein zu müssen, besonders deutlich. Dann helfen uns Strukturen, die freundlich sind, und Absprachen, die menschlich bleiben. Motivation ist nicht unser einziger Motor, aber sie ist die Stimme, die uns sagt, warum wir überhaupt losfahren, und wenn sie leiser wird, tragen uns Gewohnheiten, Vertrauen und das Wissen, dass auch Pausen Teil von Verantwortung sind.
Zwischen Wir und Ich: Das gemeinsame Tragen
Wir erleben Aktivismo als etwas, das nicht in einer einzelnen Person wohnt, sondern zwischen uns entsteht. Madeleina bringt eine Art von Aufmerksamkeit ein, die ich allein nicht halten könnte, nämlich dieses feine Gespür dafür, ob sich etwas offen und einladend anfühlt. Ich bringe oft den Drang zur Ordnung mit, zum sauberen System, zum nächsten Schritt, der machbar ist. Unsere Motivation wird stabiler, wenn wir sie miteinander teilen, weil wir dann nicht nur unser eigenes Inneres befragen, sondern auch das gemeinsame Bild. Wir erinnern uns gegenseitig daran, dass wir kein Werkzeug bauen, um Menschen zu beeindrucken, sondern einen Raum, der ihnen hilft, den ersten Schritt zu finden, ohne dass es sich nach Prüfung anfühlt.
Motivation und Verantwortung: Ein schwieriges Paar
Persönliche Motivation kann warm sein, aber sie kann auch blenden, wenn wir sie nicht prüfen. Gerade dort, wo wir mit Technik arbeiten, ist das spürbar. Wir mögen die Geschwindigkeit, die Klarheit, die Entlastung, und gleichzeitig wissen wir, dass eine Abkürzung nicht automatisch ein guter Weg ist. Unsere Motivation, Engagement einfacher zu machen, muss immer wieder neben der Verantwortung stehen, Engagement nicht zu vereinfachen, bis es seine Tiefe verliert. Deshalb reden wir so viel über Grenzen, über Datenschutz, über Kontrolle und darüber, dass Inhalte geprüft werden müssen. Nicht, weil wir Angst vor Fehlern haben, sondern weil wir Respekt vor den Menschen haben, die mit ihren Anliegen zu uns kommen.
Am Ende ist Motivation oft eine Form von Treue
Wenn wir ehrlich sind, besteht ein großer Teil von Motivation aus dem Wiederkommen. Nicht aus dem großen Gefühl, sondern aus der Entscheidung, den Faden nicht fallen zu lassen, auch wenn er gerade dünn wirkt. Wir merken, dass uns das Projekt trägt, während wir es tragen, und dass darin etwas Tröstliches liegt. Vielleicht ist persönliche Motivation am Ende weniger ein Sturm, der alles bewegt, und mehr eine Treue zu dem Gedanken, dass es sinnvoll ist, es zu versuchen, gemeinsam, behutsam und mit offenen Augen.
