Wer hinter Aktivismo steht – und warum das wichtig ist
Manchmal merken wir erst im Gespräch, wie sehr ein Name im Netz wie eine kleine Wand wirken kann: Man sieht das Ergebnis, aber nicht die Hände, die es gebaut haben, und nicht die Fragen, die dabei im Raum standen. Bei Aktivismo ist uns genau das unangenehm vertraut, weil wir selbst oft genug erlebt haben, wie schnell Vertrauen brüchig wird, wenn unklar bleibt, wer spricht, wer entscheidet und wer am Ende Verantwortung trägt. Deshalb schreiben wir heute nicht über Funktionen, nicht über Ziele und nicht über große Versprechen, sondern über uns, Johann und Madeleina, und über das, was wir unter einer guten, menschlichen Grundlage für ein Werkzeug verstehen.
Ein kleines Team, viele Abwägungen
Wir sind zu zweit, und das spürt man in allem, was wir tun. Es gibt keine Abteilungen, hinter denen man sich verstecken könnte, und keine langen Wege, auf denen Verantwortung verloren geht. Wenn etwas gelingt, wissen wir ziemlich genau, warum es gelungen ist, und wenn etwas nicht passt, trifft es uns direkt, weil es unser eigenes Entscheiden war. Das ist manchmal anstrengend, weil jede neue Idee zugleich eine Frage nach Zeit, Klarheit und Konsequenzen ist, und weil wir nicht so tun können, als wäre alles einfach nur ein Experiment ohne Folgen. Gleichzeitig liegt darin etwas Beruhigendes: Wir können nah an den Rückmeldungen bleiben, wir können unsere Beweggründe offenlegen, und wir müssen uns nicht größer machen, als wir sind.
Johanns Blick auf Struktur und Verantwortung
Ich, Johann, komme oft von der Seite der Struktur. Mich interessiert, warum gute Vorhaben so häufig an kleinen Hürden scheitern, an fehlender Übersicht, an zu vielen Optionen, an der stillen Überforderung kurz vor dem ersten Schritt. In der zivilgesellschaftlichen Arbeit habe ich diese Momente unzählige Male gesehen und auch selbst erlebt, und wahrscheinlich ist genau daraus der Impuls entstanden, überhaupt an Aktivismo zu bauen. Wenn ich programmiere, denke ich nicht nur in Funktionen, sondern in Fragen wie: Was nimmt Druck raus, ohne Verantwortung wegzuschieben. Was macht es leichter, anzufangen, ohne so zu tun, als gäbe es eine schnelle Lösung. Und was müssen wir klar sagen, damit niemand vergisst, dass ein Entwurf nur der Anfang ist und nicht das Ende des Denkens.
Madeleinas Sinn für Stimmung und Zugang
Madeleina schaut auf Aktivismo aus einer anderen Richtung, und wir sind jedes Mal froh darüber. Sie nimmt wahr, wie sich ein Werkzeug anfühlt, bevor man überhaupt versteht, was es kann, und sie spürt sehr genau, wann etwas offen wirkt und wann es ungewollt distanziert. Uns ist wichtig, dass Engagement nicht wie eine Prüfung daherkommt, sondern wie ein Raum, in dem man sich sammeln darf, auch wenn man noch unsicher ist. Madeleina bringt die Haltung mit, dass Klarheit nicht kalt sein muss und dass eine Oberfläche mehr ist als Gestaltung, nämlich eine Einladung oder eben eine Hürde. Wenn wir intern diskutieren, ist das oft der Moment, in dem wir merken, dass Zugänglichkeit nicht nur eine technische, sondern auch eine menschliche Entscheidung ist.
Warum wir über KI sprechen, statt sie nur zu benutzen
Wir arbeiten mit KI, weil sie helfen kann, schneller zu einem tragfähigen Entwurf zu kommen, und weil sie aus einer vagen Idee eine Struktur machen kann, die den ersten Schritt sichtbar macht. Gleichzeitig haben wir nicht vergessen, dass KI auch Nebel erzeugen kann, wenn man sie als Autorität missversteht oder als Abkürzung, die man nicht mehr hinterfragt. Wir wollen nicht, dass Aktivismo Menschen das Denken abnimmt, und wir wollen auch nicht so tun, als gäbe es keine Risiken, weder bei Inhalten noch bei Missbrauch noch bei der Frage, welche Ressourcen so ein Werkzeug verbraucht. Darum bauen wir Schutzmechanismen ein, sperren schädliche Inhalte und erinnern immer wieder daran, dass die Verantwortung beim Menschen bleibt. Wenn wir über KI sprechen, dann auch, weil wir selbst nicht in einer Haltung landen möchten, in der man ein Werkzeug stillschweigend zum Maßstab macht.
Vertrauen ist kein Nebenthema
Wenn wir sagen, dass Datenschutz und Vertrauen Grundlage sind, dann meinen wir das nicht als Pflichtsatz, sondern als eine Art Selbstschutz für die Gemeinschaft, die wir uns wünschen. Engagement braucht Räume, in denen man Ideen ausprobieren darf, ohne sofort das Gefühl zu haben, beobachtet oder bewertet zu werden. Deshalb versuchen wir, nur das zu erheben, was wirklich nötig ist, und so zu bauen, dass Menschen die Kontrolle über ihre Informationen behalten. Gleichzeitig wissen wir, dass Vertrauen nicht durch Formulierungen entsteht, sondern durch konsequentes Verhalten, auch dann, wenn es unbequemer ist. Und wir wissen auch, dass kostenlos nicht einfach ein Preisschild ist, sondern eine Entscheidung darüber, wer überhaupt mitmachen kann, und wer am Rand stehen bleiben müsste.
Was am Ende wirklich wichtig ist
Vielleicht ist das Wichtigste daran, wer hinter Aktivismo steht, gar nicht unsere Namen, sondern die Art, wie wir Verantwortung verstehen. Wir möchten ein Werkzeug bauen, das Menschen in Bewegung bringt, ohne sie zu drängen, und das Klarheit schafft, ohne komplexe Wirklichkeit glattzubügeln. Wenn wir sichtbar bleiben, dann auch, weil wir uns selbst daran erinnern wollen, dass jedes technische Detail eine soziale Wirkung haben kann und dass jede Vereinfachung eine Grenze hat. Wir hoffen, dass man Aktivismo nicht als Maschine erlebt, die Antworten ausspuckt, sondern als einen stillen Begleiter, der hilft, den ersten machbaren Schritt zu finden, und der dabei menschlich genug bleibt, um Zweifel und Sorgfalt auszuhalten.
